Was für ein Team!

Die DJMM, Deutsche Jugend Mehrkampf Meisterschaften, mögen etwas kryptisch klingen. Sie sind aber ein toller Wettbewerb, der auf einfachen Grundprinzipien basiert. Jedes Team darf pro Disziplin – es gibt sieben – bis zu drei Athleten an den Start bringen. Die besten zwei Ergebnisse zählen jeweils. Allerdings darf jeder maximal in drei Disziplinen eingesetzt werden. Alle Leistungen werden in Mehrkampfpunkte, etwa bekannt aus den Blockmehrkämpfen, umgerechnet und dann aufsummiert. Es gewinnt das Team mit den meisten Punkten. Logisch? Logisch, dann schnallt euch an, denn die Ergebnisse, die neun junge LGA-Damen am 14.05. auf der Röhnkampfbahn in Hünfeld abgeliefert haben, sind nicht ohne. Nicht weniger als acht (!) Ergebnisse bewegten sich auf Top-Niveau, das heißt reichten für einen einstelligen Platz in der aktuellen hessischen Jahresbestenliste.

Los ging es auf der Bahn mit dem Hürdenlauf. Und wie. Das Trio Lynn Freitag, Milla Störbrauck und Leonie Steube trat für das Team der LGA an. Alle drei liefen Bestzeit, besonders die 10,28 Sekunden von Leonie und die 10,32 Sekunden von Milla – beide stoßen damit in die hessischen Top 10 vor – sind stark. Die Überraschung des Tages gelang Ida Schneider im Weitsprung. Nur vier Tage zuvor konnte die Bebraerin erstmals die 4 Meter Marke durchbrechen. In Hünfeld flog sie direkt im ersten Versuch auf 4,69 Meter, eine ganz neue Dimension. Die Tagesbestweite ging ebenfalls an die LGA. Leonie gelang sowohl im dritten als auch im vierten Versuch ein Satz auf 4,87 Meter, Rang zwei in der HLV-Bestenliste. 

Zu schnell für die Kameras: Ella Dobriczikowski (vorne)
Zu schnell für die Kameras: Ella Dobriczikowski (vorne)

Für eine Disziplin sollte es vor einer längeren Regenpause noch gerade so reichen und das war der Sprint. Auch hier: drei Starterinnen, drei Bestleistungen. Im ersten Lauf rannte Emily Holzhauer zur Bestzeit. Den zweiten Lauf entschied Ella Dobriczikowski klar für sich, sie lief direkt aus dem Block heraus vorneweg und hatte im Ziel fast vier Zehntel Vorsprung. 10,71 Sekunden sind eine starke Zeit im 75 Meter Sprint, insbesondere für eine Athletin der W12. Mit Leonie gibt es allerdings eine noch flottere LGA-Läuferin. Sie entschied Ihren Lauf ebenfalls für sich und steigerte sich auf 10,26 Sekunden. 

Punktet auch im Hochsprung: Milla Störbrauck
Punktet auch im Hochsprung: Milla Störbrauck

Nach rund 60 Minuten Pause, ein kleines Unwetter war dazwischengekommen, ging es an der Hochsprunganlage weiter. Sarah Petersohn stellte mit 1,20 Metern ihre Bestleistung ein und zeigte einige schöne Sprünge. Die beiden Routiniers Milla und Carla Gerlach sammelten mit 1,38 und 1,35 Metern wichtige Punkte.

 

Der Staffellauf kann eine schöne oder eine bittere Disziplin sein, denn hier entscheiden Zentimeter zwischen Sieg oder Disqualifikation. Die Wechselzonen einzuhalten ist nicht immer ganz leicht, das mussten auch unsere Staffeln erfahren. Nach einem starken Start und zwei sauberen Wechseln von Ella auf Milla auf Ida wurde es eng. Auf den letzten Zentimetern der Wechselzone gelang es Ida den Staffelstab an Carla zu übergeben, die rannte schließlich in 41,77 Sekunden ins Ziel, die zweitschnellste Staffelzeit des Wettbewerbs. 

Ein stolzes Team
Ein stolzes Team

Auch die zweite Staffel, bestehend aus Joelina Ecer, Lynn, Sarah und Emily brachte das Holz ins Ziel. Auch hier gab es einen Wechsel, der die Nerven der LGA-Fangemeinde etwas strapazierte, Lynn und Sarah machten es aber nicht ganz so knapp wie zuvor Ida und Carla. 

Dem auf die Staffelwettbewerbe folgende 800 Meter Lauf stellten sich Ida, Joelina und Sarah. Joelina gelang es Bestzeit zu laufen, trotzdem gehören die 800 Meter nicht zu den stärksten Disziplinen unseres DJMM-Teams. Die finale Disziplin war der Ballwurf. Auch hier gelang direkt im ersten Versuch eine Überraschung. Carla, bisherige Bestleistung 25 Meter, schleuderte den 200-Gramm Ball auf 40,5 Meter. Emily und Joelina landeten weitengleich bei 23,5 Metern. So wurden auch im Ballwurf deutlich mehr Punkte gesammelt als im Vorfeld vom Trainerteam erwartet worden war. 

Und was kommt raus, wenn nicht nur alles im Rahmen läuft? Wenn nicht nur alles gut, sondern sogar sehr gut läuft? Wenn man als Team kollektiv über sich hinauswächst? Ganz einfach: eine starke Gesamtpunktzahl. Mit 6413 Punkten sicherte sich unser Team den dritten Rang hinter den Startgemeinschaften Marburg-Kirchhain und Hünfeld-Eichenzell-Flieden. Die zehn stärksten Teams in Hessen dürfen am 22.08. in Marburg beim Hessenfinale des DJMM-Wettbewerbs starten und die LGA wird Teil dieser sicher tollen Veranstaltung sein.

Alle Ergebnisse aus Hünfeld sind hier einsehbar: https://ergebnisse.leichtathletik.de/Competitions/Resultoverview/19241